Projekte

DANCERKITS – Stuttgart

In einem Zeitraum, da erste ernstzunehmende Versuche unternommen wurden, Menschen zu klonen, zu kopieren, spielt diese Arbeit mit der Reproduktion und der Vermarktung von Persönlichkeiten, die sich durch außergewöhnliche Leistungen und besonderes Talent in ihrem Fachbereich in der Gesellschaft einen Platz erarbeitet haben.

Dabei wird auf groteske Weise deutlich, wie unaustauschbar das modellstehende Individuum tatsächlich ist: Ein Plastikkörper bleibt immer kalt, selbst wenn er mit Heizschlangen ausgerüstet würde. Die Funktion eines Fetisches bleibt ihm jedoch unbenommen.

Unsere Gesellschaft ist angefüllt mit Fetischen verschiedenster Art.

DAVID & GOLIATH – Schweriner Schloss

Anlässlich der Rekonstruktion des Burggartens hinter dem Schweriner Schloss sollte auf Basis von drei Fotos und des noch existierenden Sockels der Bronze-David wiedererstehen, der hier seit ca. 1850 stand, und irgendwann verschollen ist.

Der Bronzeguss wurde von der bekannten Kunstgießerei Borchardt in Stüdenitz ausgeführt. Das Gipsmodell entstand seit Februar 2007 und ist etwa 1,85 m gross.

HORIZONTALE IDENTITÄT – Barcelona

Besonders an Festtagen, aber eigentlich an allen Tagen, nimmt man in Katalonien diese Streifen praktisch überall wahr. Anlässlich einer Ausstellung in “Hangar” drehte Ich dieses Symbol nationaler Identität in die Horizontale, wo es Katalanen, aber eigentlich auch allen Anderen den sicheren Übergang über die Straße ermöglicht.

KOFFERFISCH – Stuttgart

Die Ausstellung der Studie für ein sehr strömungsgünstiges Auto, dessen Grundformen vom Kofferfisch hergeleitet wurden, sollte ergänzt werden durch eine mediale Darstellung des Projektes und durch die Skulptur eines Kofferfisches in Autogröße. Hierfür schlug ich mehrere Konzepte vor. In Diskussion war auch ein relativ abstraktes Objekt.
Der endgültige, “Große gemeine Kofferfisch”, ist ca 5 m lang und aus Gfk (Glasfaserverstärkter Kunststoff) gefertigt. Er ist durchscheinend weiß lackiert und von innen beleuchtet.

Ein besonderes Plaisir in der Körperarbeit am Fisch waren die vielfältigen Formverwicklungen dieses merkwürdigen Wesens, dessen Rumpf ganz starr ist. Deswegen steuert er seine Bewegungen im Raum mit erheiternd hektisch-aufgeregten Flossenbewegungen.
Mein Favorit im Stuttgarter Zoo: Der Kamel-Kofferfisch mit gezackten Rumpfkanten!

Die Ausstellung wurde von der Agentur Jangled Nerves konzipiert und war auf Wanderschaft in verschiedenen Mercedeszentren in Europa. Inzwischen hat der Kofferfisch seinen Ruhesitz im Europa-Park eingenommen.
Mein besonderer Dank geht an Michael Gschwendtner, der mit seinen umfassenden Materialkenntnissen und kräftigen Händen zur Entstehung der Skulptur beitrug.

KUNST FÜR DEN BUNDESRAT – Berlin

Anlässlich meiner Einladung zum Wettbewerb “Kunst für den Bundesrat” schlug ich diese Ergänzung der bestehenden Architektur vor. Ein sehr typisches Bild für Berlin sind die dunklen Silhouetten unterschiedlicher Figuren auf zahlreichen Dachkanten.

Das Preußische Herrenhaus befand sich zur Zeit der Teilung Berlins unmittelbar an der Grenzzone.  Heute ist es Sitz des Bundesrates. Ursprünglich war die Attikazone mit Figuren von Otto Lessing bestückt.
Die Absicht war, das Gebäude mit Silhouetten historischer und zeitgenössischer Figuren zu bekrönen. Eine der Kompositionen war Peter Fechter gewidmet, der 1962 bei seinem Fluchtversuch an der Berliner Mauer erschossen wurde.
Als drehbar gelagerte, 4 Meter hohe Betonplatten sollten sich die Figurengruppen dem Spiel des Windes überlassen. Der Wind und das Wetter würden immer neue Bildkombinationen geformt haben.

Die Bildhauerei ist in dauernder Bewegung. Sind ihre Bewegungen zufällig?

MAAMA – Europa

Eine Puppe, schneeweiß, 2 Meter 10 groß und etwa 80 kg schwer, geht auf Reisen. Eine Skulptur als Ereignis in Bewegung. Sie tritt an verschiedenen Orten in Erscheinung: Als Kunstwerk im “einfachen” Raum, als Objekt im Kunstraum oder als Kunstwerk im Kunstraum – immer bestehende Maßstäbe hinterfragend. Es entstehen Filmszenen, die als virtuelle Spur zurückbleiben, wenn die Puppe am Ende auf das offene Meer treibt. Das Artefaktum verschwindet, die plastische Substanz wird aufgegeben, um das Verhältnis zwischen Plastik/Objekt und Spur/Erinnerung zu untersuchen.

Zurück bleibt auch die Erinnerung an die Ereignisse: die Vernissage bei A. Harthan, die Auftritte im öffentlichen Raum, zufällige Begegnungen mit neugierigen Menschen am Strand, das Ballett von Jean Christophe Blavier … Das Handwerk, Mittel und Ergebnis der “Lust am Machen”, löst sich auf, es bleiben biologische und elektronische Bilder und die Arbeit des Geistes.